Boden für gesunde Hufe

Direkt anschließend an das Pferdehaus betreten die Pferde einen mit Rasengittersteinen befestigten Allwetter-Paddock, hier können sie auch bei wochenlangem Dauerregen nach draußen. Dieser harte Boden nutzt den Huf ab, trainiert den Hufmechanismus sowie das Hornwachstum und ist zu 100% matschsicher! Die Fesseln der Pferde bleiben immer trocken.

Manche bevorzugen Plastikgitter für die Ausläufe, weil es einfacher zu verlegen ist. Ich hatte selbst noch keines, habe jedoch in anderen Ställen verbaute Plastik-Gitterböden gesehen. Bei fachgerechter Verlegung ist der Boden ebenso fest wie die Rasengittersteine aus Beton.

Eigentlich haben die Plastik-Gitter nur einen Nachteil, da muss jeder selbst entscheiden, ob und wie er damit zurecht kommt: Wenn ein Pferd im vollen Galopp auf die Pastik-Gitter läuft, dann rutscht es unweigerlich aus, vor allem wenn es um die Kurve geht. Deswegen habe ich einfach lieber Steine. Die sind rauer.

Anschließend an diesen Allwetter-Paddock befindet sich der Rollkies-Paddock. Das ist eine wirklich hervorragende Sache, die ich für jeden Offenstall wärmstens empfehlen will! Dieser Untergrund ist Balsam für Pferdehufe! Die schonende Massage der runden Kiesel trainiert den Huf und stärkt vor allem die Sohle.

Balsam für die Sohle

Der Rollkies (8-16 mm - wichtig wegen Hufmassage und Misten) wird, je nach Paddock Zustand und -alter, alle 1-3 Jahre nachgefüllt. Dabei nimmt man abhängig von Untergrund und Paddockgröße immer so viel Kies, dass sich nach dem Verteilen und mehrwöchigen Eintreten noch etwas lockerer Rollkies an der Oberfläche befindet (ausprobieren).
Der Kies befestigt über die Jahre den Boden so gut, dass man nur in den ersten Jahren und bei unwetterartigem, wochenlangen Dauerregen auf diese Fläche manchmal verzichten muss. Später wird der Boden nie mehr matschig! Die empfindlichen Fesseln der Pferde bleiben trocken.

Bei der zweiten, ebenfalls möglichen Variante wird nur so viel aufgekiest, dass sich der Boden verfestigt, jedoch nur wenig bis gar keine lockeren Steine an der Oberfläche bleiben. Vorteil: weniger Materialaufwand, Nachteil: keine Hufmassage, bei langem Dauerregen Pfützen auf der Oberfläche. Fest ist der Boden trotzdem.

Manchmal lege ich Knabberzweige mitten auf den Paddock, was besonders die Fohlen lieben, denen schnell langweilig wird. Wenn die nachschiebenden Zähne jucken nehmen die Kleinen die Äste besonders gern an.

Ein Kiespaddock muss reifen. Aber dann ist er einfach Spitze!

Mistfreundlich

Wer mit den guten "Gummigabeln" mistet wird feststellen, dass sich ein Kies-Paddock auch sehr einfach abmisten lässt, weil die allermeisten Steine (8-16 mm wie gesagt) beim Mist aufnehmen brav durch die Gabel fallen... Na gut ein paar Steinchen bleiben natürlich kleben, aber damit kann man leben.

Nachteile und Probleme

Die meisten Sorgen machen den Leuten, die mich immer wieder mal wegen dem Kiespaddock fragen, eventuell in den Eisen eingeklemmte Steinchen... Nach all den Rückmeldungen, die ich inzwischen bekommen habe, ist das nirgendwo je ein Problem gewesen! Klar klemmen sich mal Steine ein, doch verletzt hat sich dadurch noch kein Pferd, soweit mir bisher bekannt ist.

Aus den Rückmeldungen zu aufgetauchten Problemen:

Biogas: Eine Reitanlage liefert den gesamten Mist (Stroh-Pellet Einstreu und Paddocks) beispielsweise an eine Biogas-Anlage. Der Betreiber der Biogas-Anlage möchte nun den Mist nicht mehr annehmen, denn es sind Steinchen von den neuen Kies-Paddoks dabei. Wenn nämlich dauernd kleine Steinchen in die Anlage geraten, so setzen sich die Steine irgendwann am Boden ab. Offenbar ist dieser "Bodensatz" nur unter hohem Aufwand zu beseitigen... Bei einer Reitanlage mit viel höherem Mistaufkommen kommt von vielen Paddocks und viel Mist darauf vielleicht schon ein Masskrug voll Steinchen im Monat zusammen. Jeden Monat, jedes Jahr...

Lösung: Der Kies-Paddock-Mist kommt jetzt auf einen separaten Haufen und wird den Heimgärtnern aus der Umgebung kostenlos zur Verfügung gestellt. Bleibt abzuwarten ob die Gärtner mit den paar Steinchen in der Schubkarre leben können...


Geräusche: Auf einer Reitanlage ergeben sich offenbar auch andere Probleme. Beispielsweise beschweren sich dort manche Einsteller, die in der Halle reiten, dass die Pferde in der Halle vor den Geräuschen scheuen, welche die anderen Pferde beim Herumgehen auf dem benachbarten Kiespaddock machen... Nun, gut, dass man es mal erfährt, dass es so etwas auch gibt! Dieses Problem hat der Privathalter eben selten einmal.

Lösung: dieser Paddock kann nur so spärlich aufgekiest werden, dass sich die Steine immer wieder schnell in den Untergrund eintreten. So entsteht nur der Verfestigungseffekt, nicht aber der Massageeffekt mit den damit verbundenen Geräuschen.