Die gesunde Weide

Über den Kies-Paddock gelangen die Pferde auf die Weide. Das ist natürlich ihr liebster Bewegungsraum. Da Pferde jedoch reichlich grob mit Böden umgehen sind schon einige Dinge notwendig, um ihnen und uns die Freude und das Gras über Jahre zu erhalten.

 

Portionieren

Das Portionieren der Weidefläche sorgt hauptsächlich dafür, dass die Pferde nicht zu viel von dem fetten Gras erwischen. Die Natur kennt keine so üppigen Wiesen wie wir sie hier haben. Zudem verhindert die Nachsteckerei, dass die Tiere in das hohe Gras äpfeln, wo sich die Äpfel nicht restlos entfernen lassen.

Die große Wiese ist in drei Haupt-Koppeln unterteilt, die abwechselnd abgefressen werden. Dabei wird in jeder Koppel per E-Zaun das Futter "nachgesteckt". Wenn in der neuen Koppel genügend Bewegungsraum frei gefressen ist, wird die alte gesperrt und so weiter.

Bei längerem Regen sperre ich schon mal die gesamte Koppel zur Schonung der Grasnarbe vorübergehend. Für diese ausgesprochenen Schlechtwetterperioden sind die großzügig dimensionierten Paddocks da.

 

Abmisten

Abmisten ist ein Luxus, den ich mir leisten kann, weil nur so viele Pferde auf Dauer hier beheimatet sind, wie ich arbeitsmäßig schaffe. Es ist einfach schön, diesen Komfort seinen Tieren bieten zu können, finde ich.

Das Abmisten sorgt dafür, dass meine Kotproben nachhaltig wurmfrei sind. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die Fohlen nicht sofort nach der Geburt einem hohen Parasitendruck ausgesetzt sind.

Im Sommer miste ich die Koppel meist bei der Stallarbeit mit, spätestens aber nach drei Tagen, weil sonst die Wurmlarven schon zu schlüpfen beginnen. Im Herbst, wenn's sehr kühl ist, kann man sich dann mal länger Zeit lassen.

Gartlermist

Den Mist von den Koppeln lege ich seit einigen Jahren auf einem separaten, kleinen Misthaufen ab. Immer wieder kamen nämlich die Hobbygärtner aus der benachbarten Siedlung und fragten nach Mist. Inzwischen kann ich gar nicht so viel abmisten, wie abgeholt wird... Oft gibt es schon Vorbestellungen. Manche, die gleich größere Mengen holen, legen schon mal ein kleines Dankeschön ans Haus. Ein Fläschchen Sekt, ein paar Pralinen oder so... Braucht's zwar nicht, ist aber süß von den Leuten :o)

Erholung

Pferde sind Weideschädlinge. Damit müssen wir leben. Doch mit ein wenig Aufwand lassen sich die Schäden begrenzen und eine dauerhaft gesunde Weide erhalten. Nach der Beweidung ruhen unsere Flächen etwa 8 Wochen. In dieser Zeit wird gedüngt, schadhafte Grasnarbe nachgesät und nach den Unkräutern gesehen. Wenn Geilstellen entstanden sind (was bei Portionierung und regelmäßigem Abmisten eher selten ist) dann sattle ich unseren Rasenmäher und mähe die Stellen nach, das sorgt für gleichmäßigeres Nachwachsen.

Jetzt ist Zeit für die Unkräuter, den leidigen Ampfer, den tückischen Schachtelhalm, die Disteln usw. Manchmal steche ich die Disteln, meist "streichle" ich sie jedoch. Dazu bediene ich mich des Unkrautstabs mit dem ich über die Wiese schlendere und die ungebetenen Gäste mit einer kleinen Portion Glyphos anstreiche. Natürlich ist das eine nie endende Geschichte und man hat jedes Jahr diesen Job. Aber es wird mit der Zeit!

 

Duftendes Heu dank "Fergie"

Ein Teil der Wiesenpflege ist auch die Heuwerbung. In der Haupt-Wachstumsphase schaffen die Pferde das viele Gras beim besten Willen nicht. Dieser Überschuss verfilzt zu einem ungenießbaren Teppich, wenn man nicht mäht. Also weg damit und Heu gemacht....

Nachdem es sich reichlich schwierig gestaltet hat jemanden zu finden der die Wiesenpflege und Heuarbeit übernimmt, haben wir uns entschieden die Sache selbst anzupacken.

Seitdem haben wir "Fergie" unseren Traktor. Nach und nach kamen die nötigen Geräte dazu. Jetzt mähe ich zwei mal im Jahr, wende mit wachsender Begeisterung das duftende Heu - und die Wiese verstrubbelt nicht mehr. Ich wollte ja immer Bäuerin sein, langsam wird's...